Medizinisches Versorgungszentrum - Zahnarzt Düsseldorf – Dr. Pantas

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Zahnfleischrückgang

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung.

Die Zähne wirken länger als früher, die Zahnhälse reagieren auf Kälte, und beim Blick in den Spiegel fällt eine Kante am Zahnfleisch auf: Hinter Zahnfleischrückgang steckt meist ein schleichender Vorgang, der lange unbemerkt bleibt. Dieser Ratgeber erklärt, wie er entsteht, welche Gründe es gibt, woran Sie ihn erkennen und was in der Praxis und zu Hause möglich ist.

Was Zahnfleischrückgang ist

Fachsprachlich spricht man von einer Gingivarezession. Dabei weicht das Zahnfleisch vom Zahn zurück, und der Zahnhals oder sogar ein Stück der Zahnwurzel liegt frei. Dort schützt kein Zahnschmelz, die Oberfläche besteht aus Zahnzement und darunter aus Dentin. Beides ist weicher und reagiert empfindlicher als der Zahnschmelz an der Zahnkrone.

Der Rückgang geschieht in der Regel über Monate und Jahre. Viele Menschen bemerken ihn erst, wenn Kälte oder Berührung unangenehm werden oder wenn die Zähne „länger“ wirken. Eine einmal sichtbare Veränderung ist deshalb ein guter Anlass, die Ursache abklären zu lassen.

Nicht jeder Rückgang ist gleich: Manchmal betrifft er nur einen einzelnen Zahn, manchmal mehrere Zähne gleichmäßig. Diese Verteilung gibt der Zahnärztin oder dem Zahnarzt Hinweise darauf, ob eher mechanische Reize, eine Entzündung oder die Anatomie dahinterstecken. Eine pauschale Aussage ist deshalb nicht möglich, die Einschätzung erfolgt je nach Befund.

Ursachen und Gründe für Zahnfleischrückgang

Parodontitis

Bei einer Parodontitis baut eine bakterielle Entzündung den Zahnhalteapparat ab, also Zahnfleisch, Fasern und Kieferknochen. Das Zahnfleisch verliert dadurch seinen Halt und zieht sich zurück. Eine Vorstufe ist die Zahnfleischentzündung, die sich meist noch gut behandeln lässt.

Zu viel Druck beim Zähneputzen und falsche Technik

Kräftiges Schrubben in horizontaler Richtung und harte Borsten reizen das Zahnfleisch mechanisch. Auf Dauer kann das Gewebe dadurch dünner werden und zurückweichen, vor allem an den Eckzähnen und den Backenzähnen. Mehr zur schonenden Putztechnik finden Sie in unserem Ratgeber.

Zahnfehlstellungen und dünnes Zahnfleisch

Manche Menschen haben von Natur aus ein dünnes Zahnfleisch, das empfindlicher auf Reize reagiert. Steht ein Zahn weit außen im Knochen, ist dort oft nur wenig Gewebe vorhanden. Auch Lippen- oder Zungenbändchen, die am Zahnfleisch ziehen, können zu einem Rückgang beitragen.

Zähneknirschen und Fehlbelastung

Dauerhaftes Pressen und Zähneknirschen belasten die Zähne und ihren Halteapparat. Dadurch kann sich das Zahnfleisch an einzelnen Zähnen zurückbilden. Oft bemerken Betroffene das Knirschen selbst nicht, sondern erfahren davon durch die Partnerin, den Partner oder bei der Untersuchung.

Hormonelle Umstellungen und Schwangerschaft

In der Schwangerschaft reagiert das Zahnfleisch stärker auf Beläge, es kann zu einer Schwangerschaftsgingivitis kommen. Der Rückgang entsteht meist durch die Entzündung und nicht durch die Hormone allein. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Zähne in der Schwangerschaft.

Rauchen

Tabakkonsum beeinträchtigt die Durchblutung und die Abwehr im Zahnfleisch. Entzündungen verlaufen dadurch oft unauffälliger und werden später bemerkt, was den Gewebeverlust begünstigen kann.

Piercings und Mundschmuck

Lippen- und Zungenpiercings können bei jeder Bewegung am Zahnfleisch reiben. Mit der Zeit kann das Gewebe an dieser Stelle zurückweichen.

Alter als Begleitfaktor

Zahnfleischrückgang tritt bei älteren Menschen häufiger auf. Das Alter selbst ist dabei aber nicht die Ursache, sondern die Zeit, über die andere Einflüsse gewirkt haben.

Symptome: Woran Sie Zahnfleischrückgang erkennen

Anfangs fällt der Rückgang oft nur im Spiegel oder bei der Kontrolle auf, weil er kaum Beschwerden macht. Folgende Anzeichen können auf ihn hinweisen:

  • Zahnhälse liegen sichtbar frei, die Zähne wirken länger
  • Empfindlichkeit bei Kälte, Wärme, Süßem oder beim Putzen
  • Dunklere Bereiche am Zahnhals, wo die Wurzeloberfläche durchscheint
  • Kleine Kerben am Übergang von Zahn zu Zahnfleisch
  • Zahnfleischbluten beim Putzen oder bei der Zahnseide
  • Im fortgeschrittenen Stadium lockere Zähne

Freiliegende Zahnhälse: Was dann passiert

Liegt die Wurzeloberfläche frei, fehlt der schützende Zahnschmelz. Die Folgen können sein:

  • Empfindlichkeit: Reize erreichen den Zahnnerv leichter.
  • Wurzelkaries: Die weichere Wurzeloberfläche wird von Säuren leichter angegriffen als Zahnschmelz, die Stelle braucht daher gründliche Pflege.
  • Abrieb: Beim Putzen kann an der freiliegenden Fläche leichter Substanz verloren gehen, es können Kerben entstehen.
  • Ästhetik: Die Zähne wirken länger, und die Zahnhälse können dunkler erscheinen.

Behandlung: Was der Zahnarzt tun kann

Zurückgegangenes Zahnfleisch wächst nicht von selbst nach. Deshalb steht zuerst die Frage im Mittelpunkt, warum es zurückgegangen ist. Die Behandlung richtet sich nach dem Befund.

  • Ursache beheben: Eine bestehende Entzündung wird im Rahmen einer Parodontitisbehandlung versorgt, die Putztechnik wird angepasst, und bei Knirschen kann eine Schiene sinnvoll sein.
  • Desensibilisierung: Lacke oder Gele können empfindliche Zahnhälse schützen und Beschwerden lindern.
  • Zahnhalsfüllung: Bei Kerben am Zahnhals kann eine Füllung die Stelle glätten und schützen.
  • Chirurgische Deckung: In geeigneten Fällen kann freiliegende Wurzeloberfläche mit einem Bindegewebstransplantat aus dem Gaumen oder mit einem Verschiebelappen abgedeckt werden. Ob das infrage kommt und wie das Ergebnis ausfällt, hängt von der Ausgangslage und von der Pflege danach ab.

Elektrische Zahnbürste bei freiliegenden Zahnhälsen?

Eine elektrische Zahnbürste ist auch bei Zahnfleischrückgang sinnvoll, wenn sie weiche Borsten hat und einen Drucksensor, der zu starken Anpressdruck anzeigt. Entscheidend ist die Handhabung: Die Bürste wird nur geführt und nicht aufgedrückt. Das Gerät übernimmt die Bewegung, Sie müssen nicht schrubben.

Zahnfleischrückgang am Implantat

Auch an einem Implantat kann sich das Zahnfleisch zurückziehen. Eine Entzündung des Gewebes um das Implantat heißt Mukositis, greift sie auf den Knochen über, spricht man von Periimplantitis. Geht das Zahnfleisch zurück, kann der Implantatkörper sichtbar werden. Regelmäßige Kontrollen sind deshalb wichtig, damit Veränderungen früh auffallen. Mehr zu unserem Angebot finden Sie auf der Seite zu Zahnimplantaten in Düsseldorf.

Was Sie selbst tun können

  • Mit weicher Bürste und wenig Druck putzen, ohne horizontales Schrubben
  • Zahnzwischenräume täglich mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen
  • Mit dem Rauchen aufhören, soweit es Ihnen möglich ist
  • Regelmäßig zur professionellen Zahnreinigung gehen

Spülungen mit Kamille oder Salbei können gereiztes Zahnfleisch beruhigen. Sie machen den Rückgang aber nicht rückgängig. Für Ölziehen fehlt ein wissenschaftlicher Nachweis. Verzichten Sie auf Säuren, Zitronensaft und Backpulver, denn sie können Zahnhälse und Zahnfleisch zusätzlich reizen.

Zahnfleischrückgang vorbeugen

Sanftes, gründliches Putzen, saubere Zahnzwischenräume, regelmäßige Kontrollen und die frühzeitige Behandlung von Entzündungen sind die wichtigsten Bausteine. Wer knirscht oder presst, sollte das abklären lassen. Auch Piercings im Mundbereich sollten Sie im Blick behalten und bei Reizungen entfernen lassen. Bei den Kontrollterminen lässt sich außerdem beobachten, ob sich der Zahnfleischrand verändert, sodass eine Veränderung nicht erst bei Beschwerden auffällt.

Beratung in Düsseldorf

In unserer Praxis in Düsseldorf schauen wir uns an, wo und warum das Zahnfleisch zurückgegangen ist, und besprechen mit Ihnen die Möglichkeiten. Sie können einen Termin online anfragen oder anrufen: 0211 – 497 67 69.

Häufige Fragen zu Zahnfleischrückgang

Wächst Zahnfleisch wieder nach?
Zurückgegangenes Zahnfleisch bildet sich in der Regel nicht von selbst zurück. Wenn die Ursache behoben wird, kann sich der Rückgang aber verlangsamen oder zum Stillstand kommen. Bereits freiliegende Zahnhälse lassen sich in geeigneten Fällen chirurgisch abdecken. Ob das infrage kommt, hängt vom Befund ab und lässt sich nur nach einer Untersuchung einschätzen.
Was sind die häufigsten Gründe für Zahnfleischrückgang?
Am häufigsten spielen drei Faktoren eine Rolle: eine Parodontitis, bei der die Entzündung das Gewebe abbaut, zu kräftiges Putzen mit harten Borsten oder schrubbenden Bewegungen und ein von Natur aus dünnes Zahnfleisch. Dazu kommen Zähneknirschen, Fehlstellungen, Rauchen und Piercings. Oft wirken mehrere Ursachen zusammen, deshalb lohnt sich eine Abklärung.
Kann man Zahnfleischrückgang stoppen?
Häufig lässt sich das Fortschreiten bremsen, wenn die Ursache erkannt und beseitigt wird. Das kann eine behandelte Entzündung sein, eine umgestellte Putztechnik oder eine Schiene gegen nächtliches Knirschen. Verlorenes Gewebe kommt dadurch nicht zurück. Wie gut es gelingt, hängt von der Ausgangslage und von der konsequenten Pflege im Alltag ab.
Ist eine elektrische Zahnbürste bei freiliegenden Zahnhälsen schlecht?
Nicht grundsätzlich. Problematisch ist zu viel Druck, egal bei welcher Bürste. Geräte mit Drucksensor und weichen Borsten können helfen, den Anpressdruck zu begrenzen. Wichtig ist, die Bürste nur zu führen und nicht aufzudrücken. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Technik passt, kann sie in der Praxis gemeinsam angeschaut werden.
Warum geht das Zahnfleisch in der Schwangerschaft zurück?
Durch die hormonelle Umstellung reagiert das Zahnfleisch empfindlicher auf Bakterienbeläge und entzündet sich leichter. Der Rückgang entsteht meist durch diese Entzündung und weniger durch die Hormone allein. Sorgfältige Mundhygiene und eine zahnärztliche Kontrolle während der Schwangerschaft helfen, Entzündungen früh zu erkennen und zu behandeln.
Wann sollte ich mit Zahnfleischrückgang zum Zahnarzt?
Ein Besuch ist ratsam, sobald Sie freiliegende Zahnhälse, anhaltende Empfindlichkeit oder zurückweichendes Zahnfleisch bemerken. Zeitnah sollten Sie kommen, wenn das Zahnfleisch zusätzlich blutet, geschwollen ist, schlecht riecht oder sich Zähne lockern. Je früher die Ursache gefunden wird, desto mehr Möglichkeiten gibt es, den Rückgang zu begrenzen.
Dr. med. dent. Efthymios Pantas – Zahnarzt Düsseldorf

Ihr Ansprechpartner

Dr. med. dent. Efthymios Pantas M.Sc. M.Sc.

Geschäftsführer & Zahnarzt

Verfasst und geprüft von Dr. Pantas -- Zahnarzt in Düsseldorf seit 2006. Schwerpunkte: Implantologie (M.Sc.) und ästhetische Zahnmedizin.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle zahnärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt.