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Zähne richtig putzen

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung.

Zweimal am Tag Zähne putzen, das machen fast alle. Trotzdem haben die meisten Erwachsenen Zahnbelag am Zahnfleischrand und in den Zwischenräumen, weil die Technik nicht stimmt oder die Bürste nicht überall hinkommt. Dabei ist richtiges Zähneputzen die wirksamste Maßnahme gegen Karies, Zahnfleischentzündung und Mundgeruch. Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, die empfohlenen Putztechniken, die passende Zahnbürste und Zahnpasta sowie die häufigsten Fehler.

Richtig Zähne putzen: Die Grundregeln

  • Zweimal täglich putzen, morgens und vor allem abends vor dem Schlafen
  • Mindestens zwei Minuten je Putzvorgang, systematisch und ohne Hast
  • Fluoridhaltige Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid für Erwachsene
  • Weiche bis mittelharte Borsten und wenig Druck
  • Einmal täglich die Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürsten reinigen
  • Nach dem Putzen nur ausspucken, nicht kräftig mit Wasser nachspülen
Richtig Zähne putzen

Anleitung: Zähneputzen in 6 Schritten

Damit kein Zahn vergessen wird, hilft eine feste Reihenfolge. Bewährt hat sich die Systematik „KAI“: erst die Kauflächen, dann die Außenflächen, zuletzt die Innenflächen, jeweils für den ganzen Kiefer.

  1. Zwischenräume zuerst: Zahnseide oder Interdentalbürsten einmal täglich vor dem Putzen benutzen, damit das Fluorid anschließend auch dorthin gelangt.
  2. Kauflächen: Mit kurzen Hin-und-her-Bewegungen die Kauflächen aller Backenzähne oben und unten bürsten.
  3. Außenflächen: Die Bürste im 45-Grad-Winkel an den Zahnfleischrand ansetzen, mit leicht rüttelnden Bewegungen den Belag am Rand lösen und dann vom Zahnfleisch zum Zahn hin auswischen. Zahn für Zahn, nicht schrubben.
  4. Innenflächen: Genauso an den Innenseiten vorgehen. Bei den Schneidezähnen die Bürste senkrecht halten und mit der Spitze von unten nach oben wischen.
  5. Zunge reinigen: Mit einem Zungenschaber oder der Bürstenrückseite den Belag vom hinteren Zungenrücken nach vorn abziehen, das beugt Mundgeruch vor.
  6. Ausspucken, nicht spülen: Die Zahnpasta ausspucken und den Mund nicht kräftig ausspülen, damit das Fluorid auf den Zähnen bleibt und den Schmelz härtet.

Immer in derselben Reihenfolge zu putzen, etwa oben rechts beginnend, einmal um den Kiefer und dann unten, stellt sicher, dass keine Stelle ausgelassen wird. Die Stellen, die am häufigsten vergessen werden, sind die Innenseiten der unteren Schneidezähne, die Rückseiten der letzten Backenzähne und der Zahnfleischrand.

Welche Zahnputztechnik ist die richtige?

Es gibt verschiedene Techniken, die sich vor allem in der Bewegung am Zahnfleischrand unterscheiden. Für Erwachsene wird heute meist die modifizierte Bass-Technik empfohlen.

Bass-Technik

Die Bürste wird im 45-Grad-Winkel so an den Zahnfleischrand gesetzt, dass die Borsten leicht in die Zahnfleischfurche reichen. Mit kleinen rüttelnden Bewegungen auf der Stelle wird der Belag genau dort gelöst, wo Zahnfleischentzündungen entstehen. Bei der modifizierten Form wird die Bürste danach zur Kaufläche hin ausgewischt. Diese Technik reinigt den Zahnfleischrand am gründlichsten und ist die Empfehlung der meisten Zahnärzte.

Stillman-Technik

Die Bürste wird am Zahnfleisch angesetzt und mit leichtem Druck zum Zahn hin ausgewischt, immer vom Rot zum Weiß. Sie massiert das Zahnfleisch und eignet sich bei Zahnfleischrückgang und freiliegenden Zahnhälsen, weil sie das Zahnfleisch nicht weiter nach unten schiebt.

Fones-Technik (Rotationstechnik)

Bei geschlossenen Zahnreihen werden die Außenflächen mit großen Kreisbewegungen über Ober- und Unterkiefer hinweg gebürstet. Die Technik ist einfach zu lernen und wird Kindern beigebracht. Für Erwachsene ist sie weniger gründlich am Zahnfleischrand und sollte durch die Bass-Technik ersetzt werden.

Was Sie vermeiden sollten

Waagerechtes Schrubben mit viel Druck ist die häufigste Fehltechnik. Sie reinigt die Zwischenräume nicht, scheuert den Zahnschmelz am Zahnhals ab und lässt das Zahnfleisch zurückweichen. Die Folge sind keilförmige Defekte und empfindliche Zahnhälse.

Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste?

Beide reinigen gut, wenn die Technik stimmt. Elektrische Zahnbürsten übernehmen die Bewegung, sodass Sie die Bürste nur noch langsam von Zahn zu Zahn führen müssen, jeweils einige Sekunden pro Zahn, ohne selbst zu schrubben. Oszillierend-rotierende Modelle und Schallzahnbürsten entfernen in Studien etwas mehr Belag als Handzahnbürsten und schonen durch Drucksensor und Timer das Zahnfleisch. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit, Zahnspange oder Neigung zu Zahnfleischentzündungen sind sie deshalb oft die bessere Wahl.

Wer bei der Handzahnbürste bleibt, sollte auf einen kleinen Bürstenkopf achten, der auch die hinteren Backenzähne erreicht, auf weiche bis mittelharte, abgerundete Kunststoffborsten und auf einen rutschfesten Griff. Harte Borsten reinigen nicht besser, sie verletzen Zahnfleisch und Schmelz. Egal ob elektrisch oder von Hand: Die Bürste gehört alle drei Monate ausgetauscht, spätestens wenn die Borsten nach außen stehen.

Die richtige Zahnpasta

Das wichtigste Merkmal einer Zahnpasta ist der Fluoridgehalt. Fluorid lagert sich in den Zahnschmelz ein, macht ihn widerstandsfähiger gegen Säure und kann beginnende Karies wieder ausheilen. Für Erwachsene und Kinder ab sechs Jahren werden 1.450 ppm Fluorid empfohlen, das entspricht 0,145 Prozent. Bei stark erhöhtem Kariesrisiko kann der Zahnarzt eine höher dosierte Zahnpasta verordnen.

Der zweite Wert ist der RDA-Wert, der die Abriebstärke beschreibt. Werte unter 70 gelten als schonend und sind für den täglichen Gebrauch geeignet. Stark abrasive Weißmacher-Zahnpasten mit RDA-Werten über 100 tragen auf Dauer Zahnschmelz ab und sind bei freiliegenden Zahnhälsen ungeeignet. Bei empfindlichen Zähnen helfen Zahnpasten mit Kaliumnitrat oder Zinnfluorid, die die Reizweiterleitung dämpfen. Geschmack, Schaum und Zusätze wie Kräuter oder Aktivkohle spielen für die Reinigungswirkung keine Rolle.

Zahnzwischenräume: Zahnseide und Interdentalbürsten

Rund ein Drittel der Zahnoberflächen liegt in den Zwischenräumen, und genau dort entstehen die meisten Löcher und Zahnfleischentzündungen. Die Zahnbürste erreicht diese Flächen nicht. Bei engen Zwischenräumen ist Zahnseide das richtige Werkzeug: Den Faden vorsichtig über den Kontaktpunkt führen, dann C-förmig um jeden Zahn legen und am Zahn entlang unter den Zahnfleischrand und wieder hoch bewegen. Bei größeren Lücken, Zahnfleischrückgang, Brücken und Implantaten reinigen Interdentalbürsten in der passenden Größe gründlicher. Welche Größe zu Ihren Zwischenräumen passt, messen wir bei der professionellen Zahnreinigung aus.

Die häufigsten Fehler beim Zähneputzen

  • Zu viel Druck: Mehr als das Gewicht einer Orange, etwa 150 Gramm, ist zu viel. Weiße Knöchel beim Putzen sind ein Warnzeichen.
  • Zu kurz: Gefühlte zwei Minuten sind oft nur 45 Sekunden. Timer benutzen.
  • Direkt nach Säure putzen: Nach Obst, Saft, Wein oder Softdrinks 30 Minuten warten, sonst wird der erweichte Schmelz abgetragen. Vorher mit Wasser spülen.
  • Kräftig nachspülen: Wäscht das Fluorid ab. Nur ausspucken.
  • Waagerecht schrubben: Führt zu Zahnfleischrückgang und empfindlichen Zahnhälsen.
  • Alte Zahnbürste: Ausgefranste Borsten reinigen schlecht und verletzen das Zahnfleisch.
  • Zahnzwischenräume auslassen: Die häufigste Lücke in der Mundhygiene überhaupt.

Zähneputzen bei Kindern

Mit dem ersten Milchzahn beginnt das Putzen, zunächst einmal täglich mit einer reiskorngroßen Menge Kinderzahnpasta mit 1.000 ppm Fluorid, ab dem zweiten Geburtstag zweimal täglich mit einer erbsengroßen Menge. Ab dem sechsten Lebensjahr, wenn die ersten bleibenden Backenzähne durchbrechen, wird auf eine Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid gewechselt. Kinder lernen das Putzen mit der KAI-Systematik und der Fones-Kreistechnik, die Feinmotorik für die Bass-Technik entwickelt sich erst später.

Wichtig: Eltern sollten bis ins Grundschulalter jeden Abend nachputzen, auch wenn das Kind schon allein putzt. Als Faustregel gilt, dass ein Kind erst dann gründlich genug putzen kann, wenn es flüssig in Schreibschrift schreibt. Mehr zur Zahnpflege bei Kindern erfahren Sie beim Kinderzahnarzt.

Wann und wie oft Zähne putzen?

Zweimal täglich reicht aus, wenn gründlich geputzt wird. Das abendliche Putzen ist das wichtigere, weil nachts weniger Speichel fließt und Bakterien ungestört arbeiten können. Nach dem Abendputzen sollte nichts mehr gegessen oder getrunken werden außer Wasser. Häufigeres Putzen bringt keinen zusätzlichen Schutz und kann bei zu viel Druck sogar schaden. Wer nach dem Mittagessen etwas tun möchte, kaut zuckerfreien Kaugummi oder spült mit Wasser.

Auch die beste Putztechnik erreicht nicht alle Stellen. Verfärbungen, Zahnstein und Beläge unter dem Zahnfleischrand entfernt die professionelle Zahnreinigung ein- bis zweimal im Jahr. Dabei zeigen wir Ihnen auch, an welchen Stellen Sie zu Hause nachbessern können.

Zahnpflege-Beratung in Düsseldorf

In unserer Zahnarztpraxis in der Düsseldorfer Altstadt gehört die individuelle Putzberatung zu jeder Vorsorgeuntersuchung. Dr. Pantas und sein Team beraten Sie zu Zahnbürste, Zahnpasta und Zwischenraumpflege, passend zu Ihren Zähnen. Termine erhalten Sie unter 0211 – 497 67 69.

Häufige Fragen zum Zähneputzen

Wie lange sollte man Zähne putzen?
Mindestens zwei Minuten, zweimal am Tag. Entscheidend ist weniger die Stoppuhr als die Systematik: Wer jeden Zahn außen, innen und auf der Kaufläche erreicht, braucht etwa diese Zeit. Die meisten Menschen putzen deutlich kürzer, als sie glauben. Eine elektrische Zahnbürste mit Timer oder eine Sanduhr hilft, die zwei Minuten einzuhalten.
Zähneputzen vor oder nach dem Frühstück?
Beides ist möglich, wichtig ist nur der Abstand zu säurehaltigen Speisen. Wer vor dem Frühstück putzt, entfernt den nächtlichen Belag und schützt den Zahnschmelz mit Fluorid, bevor Säure aus Obst, Saft oder Kaffee wirkt. Wer nach dem Frühstück putzt, sollte etwa 30 Minuten warten, weil Säure den Schmelz vorübergehend erweicht und sofortiges Putzen ihn abträgt.
Elektrische Zahnbürste oder Handzahnbürste: Was ist besser?
Mit der richtigen Technik reinigen beide gut. Elektrische Zahnbürsten mit oszillierend-rotierendem oder Schallkopf entfernen in Studien etwas mehr Belag und schonen durch Drucksensoren und Timer das Zahnfleisch. Sie verzeihen Technikfehler eher. Wer mit der Handzahnbürste sorgfältig nach der Bass-Technik putzt und täglich die Zwischenräume reinigt, erreicht ein vergleichbares Ergebnis.
Soll man nach dem Zähneputzen den Mund ausspülen?
Nein, besser nicht. Zahnpasta nur ausspucken und höchstens mit ganz wenig Wasser nachspülen. So bleibt das Fluorid länger auf den Zähnen und kann den Schmelz härten. Wer gleich kräftig mit Wasser spült, wäscht den Schutz wieder ab. Auch eine Mundspülung direkt nach dem Putzen verdünnt die Fluoridwirkung, wenn sie selbst kein Fluorid enthält.
Wie oft sollte man die Zahnbürste wechseln?
Etwa alle drei Monate oder sobald die Borsten nach außen stehen. Abgenutzte Borsten reinigen schlechter und verletzen das Zahnfleisch. Nach einer Erkältung, Grippe oder Mundinfektion ist ein Wechsel ebenfalls sinnvoll. Für elektrische Zahnbürsten gilt dasselbe für den Aufsteckkopf.
Zahnseide vor oder nach dem Zähneputzen?
Am besten vorher. Werden die Zwischenräume zuerst gereinigt, gelangt das Fluorid aus der Zahnpasta anschließend auch dorthin. Wichtiger als die Reihenfolge ist, dass Zahnseide oder Interdentalbürsten überhaupt einmal täglich benutzt werden, denn etwa ein Drittel der Zahnoberfläche liegt in den Zwischenräumen und wird von der Bürste nicht erreicht.
Dr. med. dent. Efthymios Pantas – Zahnarzt Düsseldorf

Ihr Ansprechpartner

Dr. med. dent. Efthymios Pantas M.Sc. M.Sc.

Geschäftsführer & Zahnarzt

Verfasst und geprüft von Dr. Pantas -- Zahnarzt in Düsseldorf seit 2006. Schwerpunkte: Implantologie (M.Sc.) und ästhetische Zahnmedizin.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle zahnärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt.