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Kreidezähne (MIH) – Ursachen, Symptome und Behandlung

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung.

Kreidezähne – in der Fachsprache Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) – sind eine Entwicklungsstörung des Zahnschmelzes, die vor allem bleibende Backenzähne und Schneidezähne bei Kindern betrifft. Die betroffenen Zähne sind weicher, poröser und empfindlicher als gesunde Zähne und können weißlich-gelbliche bis bräunliche Verfärbungen aufweisen.

Was sind Kreidezähne?

Bei Kreidezähnen ist der Zahnschmelz nicht ausreichend mineralisiert – er enthält zu wenig Kalzium und Phosphat. Dadurch ist er weicher als normaler Zahnschmelz und kann im Extremfall die Konsistenz von Kreide haben, daher der Name. Die betroffenen Zähne sind nicht nur ästhetisch verändert, sondern auch deutlich anfälliger für Karies und können bei Berührung oder Temperaturwechsel schmerzen.

MIH betrifft in Deutschland nach Schätzungen etwa 10 bis 15 Prozent aller Kinder. Studien zählen MIH zu den häufigsten Zahnerkrankungen im Kindesalter.

Symptome von Kreidezähnen erkennen

  • Verfärbungen: Weißliche, gelbliche oder bräunliche Flecken auf den Zähnen, die sich nicht wegputzen lassen
  • Empfindlichkeit: Die Zähne reagieren empfindlich auf heiße, kalte oder süße Speisen
  • Poröse Oberfläche: Der Zahnschmelz kann rau und unregelmäßig sein
  • Zahnschmelz bricht ab: In schweren Fällen können Teile des Zahnschmelzes abplatzen, besonders an den Kauflächen
  • Schmerzen beim Zähneputzen: Betroffene Kinder verweigern oft das Putzen, weil es wehtut

Kreidezähne werden typischerweise sichtbar, wenn die bleibenden Zähne im Alter von 6 bis 8 Jahren durchbrechen. Seltener können auch Milchzähne betroffen sein.

Ursachen von Kreidezähnen

Die genauen Ursachen der MIH sind noch nicht abschließend geklärt. Die Störung der Zahnschmelzentwicklung findet vermutlich zwischen dem 8. Schwangerschaftsmonat und dem 4. Lebensjahr statt – in der Phase, in der sich der Zahnschmelz der bleibenden Zähne bildet.

Als mögliche Ursachen und Risikofaktoren werden diskutiert:

  • Erkrankungen in der frühen Kindheit: Häufige Infekte, hohes Fieber, Lungenentzündungen oder Bronchitis
  • Antibiotika-Einnahme: Bestimmte Antibiotika in den ersten Lebensjahren
  • Umweltschadstoffe: Bisphenol A (BPA) und Weichmacher in Kunststoffen stehen im Verdacht
  • Sauerstoffmangel bei der Geburt
  • Vitamin-D-Mangel
  • Komplikationen in der Schwangerschaft

Behandlung von Kreidezähnen

Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad der MIH:

Leichte Fälle (Verfärbungen, leichte Empfindlichkeit)

  • Intensivfluoridierung: Regelmäßiges Auftragen hochdosierter Fluoridlacke in der Zahnarztpraxis schützt den geschwächten Zahnschmelz
  • Desensibilisierung: Spezielle Pasten und Lacke können die Empfindlichkeit reduzieren
  • Versiegelung: Die Kauflächen und Fissuren werden mit einem Schutzlack versiegelt, um das Kariesrisiko zu senken

Mittlere Fälle (Substanzverlust)

  • Füllungstherapie: Abgebrochene oder kariöse Bereiche werden mit zahnfarbenen Kompositfüllungen versorgt
  • Aufbau-Füllungen: Stark geschädigte Kauflächen können mit Komposit aufgebaut werden

Schwere Fälle

  • Stahlkronen: Bei stark zerstörten Backenzähnen können konfektionierte Stahlkronen den Zahn schützen
  • Extraktion: In seltenen, sehr schweren Fällen kann die Entfernung des betroffenen Zahns sinnvoll sein – idealerweise im richtigen Zeitfenster, damit der Weisheitszahn oder kieferorthopädische Maßnahmen die Lücke schließen

Tipps für Eltern

  • Frühe und regelmäßige Zahnarztbesuche: Ab dem ersten Zahn zum Kinderzahnarzt – so können Kreidezähne frühzeitig erkannt werden
  • Fluoridhaltige Zahnpasta: Ab dem sechsten Lebensjahr wird Zahnpasta mit 1.450 ppm Fluorid empfohlen; bei hohem Risiko besprechen wir eine höhere Dosierung
  • Weiche Zahnbürste: Reduziert Schmerzen beim Putzen
  • Geduld: Kreidezähne sind für Kinder oft schmerzhaft. Motivieren Sie Ihr Kind zum Zähneputzen, auch wenn es unangenehm ist – gute Mundhygiene ist bei MIH besonders wichtig
  • Zuckerkonsum einschränken: Geschädigter Zahnschmelz ist besonders kariesanfällig
  • Engmaschige Kontrollen: Alle 3 bis 6 Monate zum Zahnarzt, um die Zähne im Blick zu behalten

Kreidezähne in unserer Praxis in Düsseldorf

In unserer Zahnarztpraxis behandeln wir Kreidezähne bei Kindern und Jugendlichen. Unser Team geht einfühlsam mit den kleinen Patienten um und stimmt die Behandlung individuell auf den Schweregrad der MIH ab. Wir erstellen einen langfristigen Behandlungsplan und begleiten Ihr Kind engmaschig.

Dr. med. dent. Efthymios Pantas – Zahnarzt Düsseldorf

Ihr Ansprechpartner

Dr. med. dent. Efthymios Pantas M.Sc. M.Sc.

Geschäftsführer & Zahnarzt

Verfasst und geprüft von Dr. Pantas -- Zahnarzt in Düsseldorf seit 2006. Schwerpunkte: Implantologie (M.Sc.) und ästhetische Zahnmedizin.

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle zahnärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt.