Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle zahnärztliche Beratung.
Zähneknirschen (Bruxismus) ist ein weit verbreitetes Problem, das oft unbemerkt bleibt. Schätzungen zufolge knirscht etwa jeder fünfte Erwachsene regelmäßig mit den Zähnen – meist nachts im Schlaf. Die Folgen können von Zahnschäden über Kieferschmerzen bis zu chronischen Kopfschmerzen reichen. Mit der richtigen Therapie lassen sich die Folgen in der Regel gut begrenzen.
Was ist Zähneknirschen?
Bruxismus bezeichnet das unbewusste, oft rhythmische Aufeinanderpressen oder Reiben der Zähne. Man unterscheidet:
- Schlafbruxismus: Nächtliches Zähneknirschen oder Kieferpressen während des Schlafs. Die schwerer zu kontrollierende Form, weil sie unbewusst abläuft
- Wachbruxismus: Zähneknirschen oder Kieferpressen tagsüber, oft in Stresssituationen oder bei starker Konzentration
Beim Knirschen wirken Kräfte auf die Zähne, die ein Vielfaches der normalen Kaukraft betragen. Diese enorme Belastung kann Zähne, Kiefergelenke und Kaumuskulatur erheblich schädigen.
Ursachen für Zähneknirschen
- Stress und psychische Belastung: Stress und Anspannung gelten als wichtige Faktoren
- Zahnstellung: Ein Fehlbiss galt früher als Ursache; nach heutigem Stand wird Bruxismus zentral gesteuert und nicht durch die Zahnstellung ausgelöst
- Schlafstörungen: Bruxismus tritt häufig in Zusammenhang mit Schlafapnoe oder unruhigem Schlaf auf
- Medikamente: Bestimmte Antidepressiva und Stimulanzien können Bruxismus begünstigen
- Genussmittel: Hoher Koffein-, Alkohol- oder Nikotinkonsum kann Zähneknirschen verstärken
- Genetische Veranlagung: Bruxismus kommt in manchen Familien gehäuft vor
Symptome und Folgen von Bruxismus
Typische Anzeichen
- Kieferschmerzen oder -verspannungen, besonders morgens nach dem Aufwachen
- Kopfschmerzen – vor allem Spannungskopfschmerzen und Schläfenschmerzen
- Abgeriebene, abgeflachte oder verkürzte Zahnoberflächen
- Empfindliche Zähne durch Verlust der Zahnschmelzschicht
- Risse oder Sprünge im Zahnschmelz
- Knacken oder Reiben im Kiefergelenk
- Eingeschränkte Mundöffnung
- Verspannte Kaumuskulatur, die sich verhärtet anfühlt
- Abdrücke der Zähne an der Zungeninnenseite oder Wangeninnenseite
Langfristige Folgen
Unbehandelter Bruxismus kann zu ernsthaften Schäden führen:
- Zahnsubstanzverlust: Der Zahnschmelz wird abgerieben, Zähne werden kürzer und empfindlicher
- Zahnfrakturen: Zähne, Füllungen oder Kronen können brechen
- CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion): Chronische Kiefergelenkprobleme mit weitreichenden Beschwerden
- Zahnfleischrückgang: Die Überbelastung kann zum Rückgang des Zahnfleischs beitragen
- Tinnitus: Die Verspannung der Kaumuskulatur kann Ohrgeräusche verursachen
Behandlung von Zähneknirschen
Aufbissschiene (Knirscherschiene)
Die wichtigste Sofortmaßnahme ist eine individuell angefertigte Aufbissschiene. Sie wird nachts getragen und schützt die Zähne vor weiterem Abrieb und entlastet die Kiefergelenke. In unserer Praxis fertigen wir die Schiene in unserem hauseigenen Dentallabor passgenau an. Mehr zur CMD-Behandlung und Knirscherschiene.
Physiotherapie
Gezielte Übungen und manuelle Therapie können die verspannte Kaumuskulatur lockern und die Kiefergelenke entlasten. Wir arbeiten bei Bedarf mit spezialisierten Physiotherapeuten zusammen.
Stressmanagement
Da Stress ein wichtiger Auslöser ist, ist Stressreduktion ein wichtiger Baustein der Behandlung:
- Progressive Muskelentspannung nach Jacobson
- Achtsamkeitsübungen und Meditation
- Regelmäßige Bewegung und Sport
- Bewusste Kieferentspannung tagsüber: Lippen geschlossen, Zähne nicht zusammen, Zungenspitze am Gaumen
Zahnärztliche Maßnahmen
Wenn bereits Zahnschäden entstanden sind, können diese behandelt werden:
- Füllungen für abgeriebene Zahnflächen
- Kronen für stark geschädigte Zähne
- Vollkeramische Restaurationen zur Wiederherstellung der Kauflächen
Übungen gegen Zähneknirschen
Diese einfachen Übungen können Sie täglich durchführen:
- Kieferlockerung: Legen Sie die Zungenspitze an den Gaumen direkt hinter die oberen Schneidezähne. Öffnen und schließen Sie den Mund langsam 10 Mal, ohne die Zähne zusammenzuführen
- Wärmeanwendung: Legen Sie ein warmes Tuch auf die Kiefermuskulatur (seitlich vor den Ohren) und massieren Sie den Bereich sanft mit kreisenden Bewegungen
- Bewusstes Loslassen: Stellen Sie sich mehrmals am Tag einen Wecker. Prüfen Sie in diesem Moment: Sind meine Zähne zusammengepresst? Wenn ja, lösen Sie den Kontakt bewusst
Wann zum Zahnarzt?
Suchen Sie einen Zahnarzt auf, wenn Sie:
- Morgens häufig mit Kieferschmerzen oder Kopfschmerzen aufwachen
- Abgeriebene, empfindliche oder gebrochene Zähne bemerken
- Knacken oder Schmerzen im Kiefergelenk haben
- Ihre Partnerin oder Ihr Partner nächtliches Knirschen beobachtet
In unserer Zahnarztpraxis in Düsseldorf diagnostizieren wir Bruxismus frühzeitig und erstellen einen individuellen Behandlungsplan. Vereinbaren Sie einen Termin unter 0211 – 497 67 69.
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine professionelle zahnärztliche Beratung. Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Zahnarzt.
