Schnarchen belastet nicht nur den Partner oder die Partnerin, sondern kann auch die eigene Schlafqualität beeinträchtigen. Eine Schnarchschiene, fachlich Unterkieferprotrusionsschiene (UPS), ist eine nichtoperative Möglichkeit, das Schnarchen zu verringern. Sie wird auch als Anti-Schnarch-Schiene bezeichnet, und bei diagnostizierter Schlafapnoe spricht man von einer Schlafapnoe-Schiene.
In unserer Zahnarztpraxis in Düsseldorf beraten wir Sie zu dieser Möglichkeit und fertigen Ihre Schiene individuell im hauseigenen Labor an. Auf dieser Seite erfahren Sie, wie die Schiene wirkt, für wen sie geeignet ist, wie die Behandlung abläuft und wann die Krankenkasse die Kosten übernimmt.
Schnarchen oder Schlafapnoe: Wo liegt der Unterschied?
Beim Schlafen erschlafft die Muskulatur im Rachenraum. Bei Rückenlage kann die Zunge nach hinten sinken und die Atemwege verengen. Die Luft strömt dann durch eine Engstelle, und das Weichgewebe beginnt zu vibrieren. Das hören wir als Schnarchen.
Schnarchen allein ist noch keine Schlafapnoe, kann aber ein Hinweis darauf sein. Bei der obstruktiven Schlafapnoe kommt es dagegen im Schlaf wiederholt zu Atemaussetzern, weil die Atemwege zeitweise ganz oder teilweise verschlossen sind. Das kann den Schlaf stören und den Körper belasten. Ob hinter dem Schnarchen eine Schlafapnoe steckt, lässt sich nicht an der Lautstärke ablesen.
Warnzeichen, die ärztlich abgeklärt werden sollten
- Atemaussetzer, die Partner oder Partnerin im Schlaf bemerken
- ausgeprägte Müdigkeit oder Einschlafen am Tag, trotz ausreichender Schlafdauer
- morgendliche Kopfschmerzen oder ein trockener Mund beim Aufwachen
- Konzentrationsprobleme
- erhöhter Blutdruck
Bei solchen Anzeichen gehört die Abklärung in ärztliche Hände, zum Beispiel zu Hausarzt, HNO-Arzt oder einer schlafmedizinischen Praxis, die bei Bedarf eine Untersuchung im Schlaflabor veranlasst. Eine Zahnarztpraxis stellt keine Schlafapnoe fest. Wir untersuchen Zähne, Zahnfleisch und Kiefergelenk und prüfen, ob eine Schiene aus zahnärztlicher Sicht möglich ist.
Wie wirkt eine Unterkieferprotrusionsschiene?
Die Schiene wird nachts über Ober- und Unterkiefer getragen. Sie hält den Unterkiefer während des Schlafs leicht nach vorn. Zunge und Weichteile im Rachen folgen dieser Bewegung, dadurch bleibt der Raum im Rachen weiter, und das Schnarchen kann abnehmen.
Die Schiene benötigt keinen Stromanschluss und lässt sich auf Reisen leicht mitnehmen. Sie wird jede Nacht getragen. Wichtig ist, dass sie regelmäßig getragen wird, denn nur dann kann sie wirken.
Die Schiene wird individuell nach Ihrem Gebiss im Labor gefertigt. Wie weit der Unterkiefer nach vorn gehalten wird, lässt sich einstellen und bei Bedarf in kleinen Schritten anpassen. Ziel ist eine Position, die möglichst gut wirkt und für Zähne und Kiefergelenk möglichst gut verträglich ist.
Für wen ist eine Schnarchschiene geeignet, für wen nicht?
Eine Schnarchschiene kommt in der Regel infrage bei:
- einfachem Schnarchen ohne relevante Atemaussetzer
- leichter bis mittelschwerer obstruktiver Schlafapnoe, nach ärztlicher Abklärung
- CPAP-Unverträglichkeit: als Alternative, wenn eine CPAP-Maske nicht vertragen wird
Nicht oder nur eingeschränkt geeignet ist die Schiene in diesen Situationen:
- zu wenige eigene Zähne, die der Schiene Halt geben (festsitzender Zahnersatz kann je nach Situation ausreichen)
- ausgeprägte Parodontitis mit gelockerten Zähnen, die zuerst behandelt werden sollte, siehe Parodontologie
- starke Kiefergelenkbeschwerden, die zunächst abgeklärt werden sollten, siehe CMD-Behandlung
- schwere Schlafapnoe ohne Abstimmung mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt
Bei Verdacht auf eine Schlafapnoe empfehlen wir vorab eine Abklärung, bei Bedarf im Schlaflabor. Wir arbeiten bei Bedarf mit Schlafmedizinern zusammen. Ob eine Schiene für Sie passt, klärt die Untersuchung in unserer Praxis.
Ablauf der Behandlung mit der Schnarchschiene
1. Beratung und zahnärztliche Untersuchung
Wir besprechen Ihre Beschwerden und prüfen Zähne, Zahnfleisch und Kiefergelenk. Außerdem wird geprüft, wie weit sich der Unterkiefer nach vorn bewegen lässt. Daraus ergibt sich, ob eine Schiene aus zahnärztlicher Sicht sinnvoll ist.
2. Ärztliche Abklärung bei Verdacht auf Schlafapnoe
Gibt es Hinweise auf Atemaussetzer, sollte vor der Schiene eine ärztliche Abklärung erfolgen. Sie ist auch die Voraussetzung dafür, dass die Krankenkasse die Kosten übernehmen kann.
3. Abformung oder Scan
Von beiden Kiefern wird eine Abformung oder ein digitaler Scan erstellt. Zusätzlich bestimmen wir eine geeignete Ausgangsposition des Unterkiefers.
4. Anfertigung im Labor
Ihre Schiene wird im hauseigenen Dentallabor passgenau hergestellt.
5. Eingliederung und Einstellung
Wir setzen die Schiene ein, prüfen den Sitz und stellen die Unterkieferposition ein. Sie erhalten Hinweise zur Nutzung und Pflege.
6. Kontrollen und Nachjustierung
Nach einigen Wochen prüfen wir Passform und Tragekomfort und besprechen, wie sich Ihr Schlaf verändert hat. Bei Bedarf wird die Einstellung angepasst. Danach sind regelmäßige Kontrollen sinnvoll, zum Beispiel bei der Vorsorge. Bei Schlafapnoe überprüft die behandelnde Ärztin oder der Arzt zusätzlich, ob die Therapie wirkt.
Eingewöhnung und mögliche Nebenwirkungen
Eine Schnarchschiene ist ein Fremdkörper im Mund, und der Körper braucht Zeit, sich daran zu gewöhnen. In den ersten Tagen und Wochen können auftreten:
- vermehrter Speichelfluss oder ein trockener Mund
- ein Spannungsgefühl in Kaumuskeln, Kiefergelenk oder Zähnen, vor allem morgens
- ein vorübergehend verändertes Bissgefühl nach dem Herausnehmen der Schiene
Diese Beschwerden lassen meist nach einigen Wochen nach. Halten sie an, melden Sie sich bei uns, denn oft hilft schon eine kleine Anpassung der Einstellung.
Hilfreich ist, die Schiene in den ersten Nächten schon etwas früher einzusetzen, etwa beim Lesen im Bett, damit sich Mund und Kiefer langsam daran gewöhnen. Tragen Sie sie anfangs ruhig nur einige Stunden, wenn es Ihnen leichter fällt, und steigern Sie die Tragedauer schrittweise.
Bei langem Tragen können sich Zahnstellung oder Biss verändern, teils auch dauerhaft. Deshalb sind Kontrolltermine ein fester Teil der Behandlung. So erkennen wir Veränderungen früh und können rechtzeitig reagieren.
Pflege und Haltbarkeit
- Reinigen Sie die Schiene täglich mit einer weichen Zahnbürste und kaltem bis lauwarmem Wasser.
- Verwenden Sie keine Zahnpasta, da sie die Oberfläche aufrauen kann.
- Verwenden Sie keine Hitze, also kein kochendes Wasser und keine Spülmaschine, da sich der Kunststoff verformen kann.
- Bewahren Sie die Schiene tagsüber trocken in einer Schienenbox auf, außerhalb der Reichweite von Haustieren.
- Bringen Sie die Schiene zu jeder Kontrolle mit.
Eine individuell gefertigte Schiene hält bei guter Pflege mehrere Jahre. Bei starkem Zähneknirschen oder Veränderungen im Gebiss kann sie früher erneuert werden müssen.
Kosten und Krankenkasse
Seit 2022 kann die gesetzliche Krankenkasse bei einer ärztlich diagnostizierten obstruktiven Schlafapnoe die Kosten für eine Unterkieferprotrusionsschiene übernehmen, wenn eine CPAP-Therapie nicht möglich ist oder nicht vertragen wird. Das geht auf einen Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zurück. Voraussetzung ist eine Verordnung durch einen schlafmedizinisch qualifizierten Arzt; die Schiene fertigt und passt der Zahnarzt an. Ob die Voraussetzungen im Einzelfall erfüllt sind, prüft die Krankenkasse.
Bei reinem Schnarchen ohne Schlafapnoe ist die Schiene in der Regel eine Privatleistung. Die Kosten einer individuell angefertigten Schnarchschiene hängen von Schienentyp und Aufwand ab; wir nennen Ihnen den Betrag vor der Behandlung. Bei privater Versicherung hängt die Erstattung vom Tarif ab. Wir erstellen Ihnen gerne einen individuellen Kostenvoranschlag.
Alternativen und Ergänzungen zur Schnarchschiene
Nicht jede Maßnahme passt zu jeder Ursache. Besprechen Sie die Möglichkeiten mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin:
- CPAP-Therapie: Ein Gerät mit Maske hält die Atemwege durch Überdruck offen. Sie ist bei mittelschwerer bis schwerer Schlafapnoe häufig die erste Wahl.
- Lagetherapie: Wer vor allem in Rückenlage schnarcht, profitiert manchmal davon, auf der Seite zu schlafen.
- Gewichtsreduktion: Übergewicht kann die Engstelle im Rachen verstärken.
- Alkohol am Abend meiden: Alkohol entspannt die Rachenmuskulatur zusätzlich.
- Operative Verfahren: Sie werden bei bestimmten Befunden von Fachärztinnen und Fachärzten erwogen.
Auch eine Kombination ist möglich, zum Beispiel Schiene und Gewichtsreduktion. Wenn Sie unsicher sind, welcher Weg zu Ihnen passt, ist die Abklärung der Ursache der erste Schritt. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, ob eine Schnarchschiene für Sie die richtige Therapie ist oder ob zuerst ein anderer Weg gewählt werden sollte.
Fakten zur Schnarchschiene
- Wirkprinzip: Der Unterkiefer wird nachts leicht nach vorn gehalten.
- Anfertigung: individuell im hauseigenen Labor, einstellbar
- Kann infrage kommen bei: Schnarchen, nach ärztlicher Abklärung auch bei leichter bis mittelschwerer Schlafapnoe oder CPAP-Unverträglichkeit
- Vorab: ärztliche Abklärung bei Verdacht auf Atemaussetzer
- Kasse: bei diagnostizierter Schlafapnoe unter bestimmten Voraussetzungen, sonst Privatleistung
Häufige Fragen zur Schnarchschiene
Hilft eine Schnarchschiene wirklich?
Ist eine Schnarchschiene unangenehm?
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine Schnarchschiene?
Wie lange hält eine Schnarchschiene?
Hilft eine Schnarchschiene auch bei Schlafapnoe?
Was ist der Unterschied zwischen einer Schnarchschiene aus der Apotheke und einer vom Zahnarzt?
Beratung zur Schnarchschiene
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