Medizinisches Versorgungszentrum - Zahnarzt Düsseldorf – Dr. Pantas

Impfstoff gegen Karies – was ist daraus geworden?

Impfstoff gegen Karies – was ist daraus geworden?

Vor einigen Jahren ging eine Meldung durch die Medien: Chinesische Forscher hätten einen Impfstoff gegen Karies entwickelt. Klingt verlockend – einfach impfen lassen und nie wieder Löcher. Aber wie sieht es heute, mehrere Jahre später, tatsächlich aus?

Woran geforscht wurde

Die Idee ist im Grunde nachvollziehbar. Karies wird durch Bakterien verursacht, vor allem durch Streptococcus mutans. Diese Bakterien wandeln Zucker in Säure um, die den Zahnschmelz angreift. Ein Impfstoff sollte das Immunsystem dazu bringen, genau diese Bakterien zu bekämpfen, bevor sie Schaden anrichten.

Am Wuhan Institute of Virology wurde ein Fusionsprotein getestet, das bei Mäusen und Ratten die Kariesrate senken konnte. Die Forscher kombinierten Oberflächenproteine des Bakteriums mit einem Trägermolekül, das die Immunantwort verstärken sollte.

Was daraus geworden ist

Kurz gesagt: nicht viel. Die Ergebnisse im Tierversuch waren vielversprechend, aber der Sprung zum Menschen ist bisher nicht gelungen. Ein Hauptproblem waren Entzündungsreaktionen – der Impfstoff löste unerwünschte Immunreaktionen aus, die für den klinischen Einsatz nicht tragbar waren. Auch die Mundflora ist komplexer als gedacht: Sie besteht aus hunderten Bakterienarten, und gezielt eine davon auszuschalten, ohne das Gleichgewicht zu stören, ist schwieriger als erhofft.

Stand heute gibt es weltweit keinen zugelassenen Karies-Impfstoff, und es läuft unseres Wissens auch keine klinische Studie der Phase III. Das Thema ist in der Forschung nicht vom Tisch, aber von einer Marktreife weit entfernt.

Was Ihre Zähne wirklich schützt

Auch ohne Impfstoff lässt sich Karies sehr wirksam vorbeugen. Die Mittel sind nicht spektakulär, dafür aber erprobt:

Fluorid stärkt den Zahnschmelz und macht ihn widerstandsfähiger gegen Säureangriffe. Fluoridhaltige Zahnpasta ist der einfachste und am besten belegte Schutz. In unserer Praxis können wir den Zahnschmelz zusätzlich mit einem Fluoridlack versiegeln – besonders sinnvoll bei Kindern und Patienten mit erhöhtem Kariesrisiko.

Ernährung spielt eine große Rolle. Nicht nur die Menge an Zucker ist entscheidend, sondern wie oft am Tag die Zähne damit in Kontakt kommen. Wer ständig zwischendurch nascht oder gesüßte Getränke trinkt, gibt den Bakterien den ganzen Tag über Nachschub.

Regelmäßige Kontrolle und Prophylaxe fangen Probleme auf, bevor sie teuer werden. Bei der professionellen Zahnreinigung entfernen wir Beläge an Stellen, die Sie mit der Zahnbürste nicht erreichen. Und bei der Vorsorgeuntersuchung erkennen wir Karies im Frühstadium – oft noch bevor ein Loch entsteht.

Unser Rat

Warten Sie nicht auf den Impfstoff. Gute Zahnpflege, weniger Zucker zwischendurch und regelmäßige Termine beim Zahnarzt sind nach wie vor der beste Schutz vor Karies. Einfach, aber wirksam.

Sie möchten wissen, wie hoch Ihr persönliches Kariesrisiko ist? Vereinbaren Sie einen Termin – wir schauen uns das gemeinsam an.